„Martha, kommst du mal“, fragtsagt der drahtige Endsechziger mit Halblesebrille und ausgeschlafenem Haarschopf, während er vom Geschirrtisch eine bunt-geblümte Teekanne, vermutlich aus den Achtzigern, fischt.
Ich stehe auf der anderen Seite des Tischs und taste mich mit den Augen von Teller zu Teller. Dabei halte ich eigentlich Ausschau nach einem Mörser. Es ist recht leer im Second-Hand-Kaufhaus, was sowohl am Schnee als auch an der Nähe zum Ende der Öffnungszeit liegen mag. Fünfundzwanzig Minuten noch.
Martha lässt auf sich warten, was ein ausgedehntes „Maaaarthaaaaa“ nach sich zieht. Flötenhaft die Antwort (vermutlich aus der Bekleidungsabteilung im Nebenraum): „Gleich, Dolli!“
Dolli. Wie wohl lautet der Name des Mannes, wenn er „Dolli“ gerufen wird? Ich drehe mich um zum Topftisch, behalte Dolli aber vorsorglich im Ohr. Ich brauche keinen Topf, hoffe jedoch, dass vielleicht hier ein Mörser steht, weil es vermutlich keinen Mörsertisch gibt und sich zwischen den Töpfen auch Siebe und Käsereiben finden.
„Dolli, nein, wirklich. Viel zu pausbackig. Da schmeckt der Tee ja wie aus dem Bottich! Das passt nicht zu uns.“
